Altkatholische Kirche Österreichs

Der Name „altkatholisch“ verschleiert leider das eigentliche Anliegen dieser kleinen Gemeinschaft: Eine katholische Reformkirche zu sein, unabhängig vom Vatikan.

 

Altkatholische Kirche Österreichs

 

Der Name „altkatholisch“ verschleiert leider oftmals das eigentliche Anliegen dieser kleinen Gemeinschaft: Eine katholische Reformkirche zu sein, orientiert am Glauben und den Werten der alten, ungeteilten Kirche, unabhängig vom Vatikan.

 

Seit wann gibt es die Altkatholische Kirche?

 

Die Altkatholische Kirche entstand in den deutschsprachigen Ländern ab 1870 nach dem 1. Vatikanischen Konzil mit seinen Papst-Dogmen der Unfehlbarkeit und des Universalprimats. Katholik:innen, die diese Lehrentscheidungen nicht mitzutragen vermochten, mussten sich unabhängig von der römisch-katholischen Kirche organisieren.  Selbständige altkatholische Kirchen bestehen derzeit in Deutschland, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, in Tschechien und in Polen. Darüberhinaus finden sich altkatholische Gemeinschaften, die diesen  Kirchen zugeordnet sind,  auch in Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Kroatien und der Slowakei.

 

Woran glauben die Altkatholischen Christen?

 

Die altkatholische Kirche ist katholisch in ihrem Glauben und ihren Sakramenten. Sie hält am Glauben der alten, ungeteilten christlichen Kirche fest und folgt in der Liturgie der westlichen Tradition. Sie möchte Menschen von heute in ihrem Leben begleiten und eine authentische Nachfolge Jesu ermöglichen. Die Altkatholische Kirche ist Mitglied des Weltrates der Kirchen und staatlich anerkannt.

Die Kirche verfügt über eine synodal-demokratische Verfassung, dh. alle geistlichen Funktionen einschließlich des Bischofsamts werden demokratisch gewählt. Geistliche unterliegen keiner Zölibatspflicht, alle kirchlichen Ämter sind für Frauen wie Männer zugänglich. Auch gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden kirchlich gesegnet.

 

Ein wichtiger Satz für die Altkatholischen Christ:innen ist…

 

Möge Gott, der in der Schöpfung tanzt,
der uns mit menschlicher Liebe umarmt,
der unsere Leben wie Donner beutelt
uns beschützen und uns kraftvoll aussenden,
um die Welt mit seiner Gerechtigkeit zu füllen.

 

Wichtige Tage für Altkatholische Christ:innen sind…

 

Die Altkatholische Kirche feiert alle wesentlichen christlichen Festtage wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Allerheiligen. Der in der römisch-katholischen Kirche als Fronleichnam bekannte Feiertag wird in unserer Gemeinschaft als „Danktag für die Eucharistie“ benannt, das Reformationsfest als „Gedenktag für alle Blutzeugen der Reformations- und Gegenreformationszeit“. Ein besonderer Festtag ist der Gedenktag des Heiligen Willibrord am 07. November, der der Patron der Utrechter Union, des internationalen Zusammenschlusses der altkatholischen Kirchen, ist.

 

Wie gestalten Altkatholische Christen ihre Gottesdienste/spirituellen Zusammenkünfte?

 

Eucharistische Gottesdienste („Heiliges Amt der Gemeinde“) werden ebenso gefeiert wie Wortgottesdienste, die von Gemeindemitgliedern ohne Präsenz von Geistlichen gestaltet werden. Das Singen geistlicher Lieder im häuslichen Rahmen ist ebenso eine Tradition der Gemeinde.

Wie leben Altkatholische Christ:innen ihre Religion im Alltag und was ist ihnen heilig?

 

Die Altkatholischen Gemeinden feiern mit Liturgie und Gebet die Eucharistie und die weiteren Sakramente und pflegen das private Gebet und das gemeinsame Singen.
Sie setzten sich für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung ein.
Ein großes Anliegen ist der Dialog mit allen Religionsgemeinschaften und der Fortschritt der Ökumene. Besonderen Wert wird auch auf die diakonische Arbeit gelegt: die Altkatholische Gemeinde in Tirol unterstützt schon seit vielen Jahren einen körperlich beeinträchtigten Künstler in Moldawien und ist auch für die regelmäßige seelsorgerliche Betreuung des PAZ (Polizei Anhalte Zentrum) in Innsbruck zuständig. Auf Bundesebene leistet der Verein Altkatholische Diakonie Austria darüber hinaus Hilfe für Menschen in Notlagen.

Welche wichtige Richtungen gibt es im Altkatholischen Glauben?

 

Ein besonderes Anliegen war immer die Ökumene. So entstand die Kirchengemeinschaft mit den anglikanischen Kirchen, der Philippinischen Unabhängigen Kirche und zuletzt der Mar Thoma Kirche und der Kirche von Schweden. Mit den evangelischen Kirchen und der methodistischen Kirche besteht in Österreich die gegenseitige Einladung zum Abendmahl (Interkommunion).

 

Wie ist die Situation in Tirol und Österreich insgesamt?

 

Die Tiroler Gemeinde umfasst alle Bezirke in Nordtirol und begleitet dazu eine Gemeinschaft von Altkatholik:innen in  Südtirol. Die Tiroler Altkatholik:innen wurden bis 1983 von Salzburg aus betreut, seit 1984 ist Tirol innerkirchlich eine eigene Gemeinde mit einer Pfarrerstelle. Altkatholische Gemeinden gibt es in allen Bundesländern, außer im Burgenland. Die österreichische Kirche hat etwa 7000 Mitglieder. Geistliche Leiterin ist Bischöfin Mag. Maria Kubin. Ihr Sitz und der der Kirchenleitung ist in Wien.

 

Wie viele Altkatholische Christ:innen gibt es im Raum Innsbruck?

 

In Nord- und Südtirol besteht eine kleine Diasporagemeinde von etwa 220 Mitgliedern, die von einem Priester als Pfarrvikar begleitet wird.
Die Leitung der Gemeinde obliegt dem gewählten Gemeindevorstand.

Kontakt & Ansprechpartner in Innsbruck

 

Für die Multireligiöse Plattform:
Dr. Matthias B. Lauer
E-Mail: mblauer@web.de

 

Kontakt zur Gemeinde:

Pfarrvikar Dr. Attila Nagy-György
Ulmenstrasse 21/32
6063 Rum
E-Mail: ifj.lelk@yahoo.de 

 

Gemeindevorsitzender  Dipl.Ing. Christian Luhan

E-Mail: christian.luhan@yahoo.de

 

Web: https://tirol.altkatholisch.info/

 

Versammlungsorte in Innsbruck

 

Die Altkatholische Gemeinde Horeb Nordtirol verfügt über kein eigenes Gemeindegebäude. Dank der Gastfreundschaft der Träger:innen können wir unsere Gottesdienste im Innsbrucker Haus der Begegnung, der Evangelischen Auferstehungskirche in Innsbruck und in der Johanneskapelle in Hall in Tirol abhalten.

 

 

 

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Adresse

Multireligiöse Plattform Innsbruck (MRPI) c/o Haus der Begegnung Innsbruck, Dr. Martina Loth
Rennweg 12
A-6020 Innsbruck in Tirol
Österreich
+43 512 587869-19 und +43 676 87304019

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