Dialog mit Landeshauptmann

Dialog zwischen den Religionen und mit Landeshauptmann

Dialog zwischen Religionsgemeinschaften und Landeshauptmann Anton Mattle

Innsbruck – Vertreterinnen und Vertreter anerkannter Religionsgemeinschaften in Tirol trafen sich auch heuer mit Landeshauptmann Anton Mattle zu einem konstruktiven Austausch über aktuelle gesellschaftliche und ethische Fragen. Ziel des rund zweieinhalbstündigen Gesprächs war es, gegenseitiges Verständnis zu fördern und Einblicke in die Perspektiven der Religionsgemeinschaften zu geben.

Im Mittelpunkt standen dabei zwei zentrale Themen. Bezüglich der aktuellen Diskussion um Schwangerschaftsabbrüche – unter anderem im Zusammenhang mit neuen Angeboten am öffentlichen Krankenhaus in Innsbruck – betonten Vertreter der Religionsgemeinschaften die Bedeutung der unantastbaren Würde jedes menschlichen Lebens. Diese gelte unabhängig von Lebensphase oder Lebensumständen und schließe insbesondere den Schutz besonders vulnerabler Gruppen, wie Kranke und ältere Personen oder Personen mit Behinderungen, ein. Die Sorge um die Schwächsten, dazu zähle auch das ungeborene Leben, sei ein gemeinsames Anliegen vieler Religionen und ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Verantwortung. Damit verbunden ist jedoch auch die Verpflichtung, die Würde und die persönliche Situation jener Frauen zu respektieren, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Wichtig sei dabei die Beratung und Betreuung vor und nach einer solchen Entscheidung.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Rolle der Religion in einer politisch aufgeheizten Gesellschaft, hervorgerufen durch den Konflikt im Nahen- und Mittleren Osten. Dabei wurde hervorgehoben, dass die hier gelebten religiöse Überzeugungen wesentlich zur Förderung von Werten wie Solidarität, Verantwortungsbewusstsein und gesellschaftlichem Engagement beitragen. Die Erfahrungen würden zeigen, dass die religiösen Gemeinschaften sehr gut vernetzt sind, speziell durch die Multireligiöse Plattform in Innsbruck und Tirol.  Dies ist ein wichtiger Impuls, um gemeinsam zu einem respektvollen Zusammenleben und um zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen in Tirol beizutragen, sowie ein friedliches Zusammenleben zu fördern. Eine funktionierende Demokratie profitiere von einem offenen Dialog zwischen religiösen und weltlichen Stimmen.


 

Teilgenommen haben (am Bild von links nach rechts):

Gerhard Egger. Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Erzpriester Aleksandar Stolić - Serbisch-orthodoxe Kirche, Pfarrvikar Attila Nagy-György – Altkatholische Kirche, Gordana Nadler- Orthodoxe Gemeinde Tirol, Pater Toni Witwer SJ – Jesuitenkolleg, Pastor Thomas Thormann - Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Bischof Hermann Glettler – Römisch-katholische Kirche, Superintendent Olivier Dantine - Evangelische Kirche A.u.H.B., Maximilian Valtingojer – Neuapostolische Kirche, Landeshauptmann Anton Mattle, Dietmar Gstrein – Israelitische Kultusgemeinde, Andreas Gilgenberg - Buddhistische Glaubensgemeinschaft, Elisabeth Hammer – Bischöfliches Schulamt, Roland Spadinger – Bahaì Gemeinde, Özgür Erdogan – Alevitische Glaubensgemeinschaft, Imam Samir Redzepovic - Bosniakisches Kulturzentrums – Dzemat, Hasan Yildirim - Islamische Religionsgemeinden.

 

 

Bildquelle Land Tirol – ©

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